Während der Januar in vielen Teilen Europas grau und trist erscheint, entfaltet Kopenhagen in diesem Monat einen ganz besonderen Charme. Die dänische Hauptstadt verwandelt sich in ein hyggeliges Winterwunderland, in dem gemütliche Cafés, leuchtende Straßen und eine entspannte Atmosphäre auf preisbewusste Reisende warten. Ein Wochenende mit Freunden in Kopenhagen im Januar bietet nicht nur deutlich günstigere Preise als in den Sommermonaten, sondern auch die Möglichkeit, die Stadt authentisch und ohne Touristenmassen zu erleben. Die Dänen verstehen es wie kaum ein anderes Volk, die dunkle Jahreszeit in etwas Besonderes zu verwandeln – und genau davon könnt ihr profitieren.
Warum Kopenhagen im Januar dein Geldbeutel lieben wird
Der Januar gilt als absolute Nebensaison in Kopenhagen, was sich direkt in den Preisen widerspiegelt. Flüge aus deutschen Städten sind teilweise für unter 50 Euro hin und zurück zu finden, wenn ihr flexibel seid und ein paar Wochen im Voraus bucht. Die wirklich spannende Ersparnis ergibt sich jedoch bei den Unterkünften: Hostels bieten Betten in Mehrbettzimmern bereits ab 20 Euro pro Nacht an, während ihr für eine gemeinsame Ferienwohnung über Buchungsplattformen oft nicht mehr als 30 bis 40 Euro pro Person und Nacht zahlen müsst. Gerade mit Freunden lohnt sich die Wohnungsoption, da ihr so eine Küche zur Verfügung habt und bei den notorisch hohen dänischen Lebensmittelpreisen sparen könnt.
Fortbewegung ohne teure Überraschungen
Kopenhagen ist kompakt und perfekt zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erkunden – selbst im Januar. Die Stadt verfügt über ein exzellentes öffentliches Verkehrssystem, aber die beste Nachricht für Sparfüchse ist: Die meisten Sehenswürdigkeiten liegen so nah beieinander, dass ihr kaum öffentliche Verkehrsmittel braucht. Falls doch, lohnt sich die City Pass Small für 24 Stunden, die etwa 16 Euro kostet und unbegrenzte Fahrten in den Zonen 1-4 ermöglicht. Noch besser: Viele Hostels und Unterkünfte verleihen kostenlos oder für wenige Euro Fahrräder. Ja, es ist Januar, aber mit der richtigen Kleidung ist Radfahren in Kopenhagen ein echtes Erlebnis – die Radwege sind hervorragend gewartet und oft sogar vor den Straßen geräumt.
Das winterliche Kopenhagen erleben
Im Januar zeigt sich Kopenhagen von einer intimen Seite. Der historische Hafen Nyhavn mit seinen bunten Giebelhäusern wirkt in der Winterbeleuchtung geradezu magisch. Während im Sommer hier die Touristenmassen drängen, könnt ihr jetzt in Ruhe entlang der Uferpromenade spazieren und die Atmosphäre genießen – ohne einen Cent auszugeben. Die kleine Meerjungfrau wartet ebenfalls geduldig auf euch, und der Weg dorthin entlang der Uferpromenade bietet herrliche Ausblicke auf den Øresund.
Das wahre Herz Kopenhagens im Winter schlägt jedoch in den Vierteln abseits der Hauptattraktionen. Vesterbro, einst ein raues Viertel, ist heute hip und kreativ, ohne seine Authentizität verloren zu haben. Hier findet ihr Vintage-Läden, Plattengeschäfte und gemütliche Cafés, in denen sich Locals aufwärmen. Nørrebro, das multikulturelle Viertel, bietet eine erfrischend andere Perspektive auf Kopenhagen mit seinen internationalen Imbissen und alternativen Läden.
Christiania – das alternative Herz der Stadt
Ein Besuch in Freistaat Christiania ist kostenlos und absolut einzigartig. Diese selbstverwaltete autonome Gemeinde mitten in Kopenhagen existiert seit 1971 und folgt eigenen Regeln. Im Januar ist es hier ruhiger als in den wärmeren Monaten, aber gerade das macht den Besuch authentischer. Schlendert durch die bunten, selbstgebauten Häuser, beobachtet die kreativen Installationen und spürt den Geist von Freiheit und Gemeinschaft. Vergesst nicht, die Regeln zu respektieren: kein Fotografieren in bestimmten Bereichen und kein Rennen – hier geht alles etwas entspannter zu.
Museen und Kultur zum kleinen Preis
Kopenhagen bietet zahlreiche Museen, und viele davon haben an bestimmten Tagen freien Eintritt oder reduzierte Preise. Das Nationalmuseum ist generell kostenlos und bietet eine faszinierende Reise durch die dänische Geschichte von der Steinzeit bis heute. Plant hierfür mindestens zwei Stunden ein – es lohnt sich. Die Königliche Bibliothek, auch „Schwarzer Diamant“ genannt, ist ein architektonisches Meisterwerk am Wasser, das ihr kostenlos betreten könnt. Die modernen Räumlichkeiten laden zum Verweilen ein, und vom Café aus habt ihr einen spektakulären Blick auf den Hafen.

Für Kunstliebhaber bietet die Ny Carlsberg Glyptotek jeden Sonntag freien Eintritt. Das Museum beherbergt eine beeindruckende Sammlung antiker und französischer Kunst, und der Wintergarten im Zentrum des Gebäudes ist allein schon einen Besuch wert – eine Oase mit mediterranen Pflanzen mitten im dänischen Winter.
Essen und Trinken ohne Vermögen auszugeben
Kopenhagen hat den Ruf, teuer zu sein, aber mit ein paar Tricks kommt ihr gut über die Runden. Supermärkte wie Netto oder Fakta sind eure besten Freunde. Kauft hier ein und bereitet Frühstück und eventuell Abendessen in eurer Unterkunft zu. Ein Laib Brot kostet etwa 1,50 Euro, Aufschnitt und Käse gibt es ab 3 Euro, und damit seid ihr bestens versorgt.
Für die Mittagspause sind Bäckereien eine goldene Lösung. Frisch belegte Smørrebrød, die traditionellen dänischen Butterbrote, kosten hier zwischen 4 und 6 Euro und sind reichhaltig genug für eine vollständige Mahlzeit. Hotdog-Stände sind eine weitere dänische Institution: Ein Hotdog kostet etwa 3 bis 4 Euro und ist überraschend lecker – die Dänen nehmen ihre Pølser ernst.
Wenn ihr abends essen gehen wollt, meidet die Restaurants am Nyhavn – die sind reine Touristenfallen. Stattdessen begebt euch nach Vesterbro oder Nørrebro, wo ihr authentische Lokale mit internationaler Küche findet. Vietnamesische, thailändische oder nahöstliche Restaurants bieten Hauptgerichte oft zwischen 8 und 12 Euro an. Die lokalen Pizzerien servieren große Pizzen für etwa 10 Euro, die locker für zwei Personen reichen.
Die Bierkultur entdecken
Dänemark hat eine lebendige Craft-Beer-Szene, und im Januar könnt ihr diese in gemütlichen Bars erkunden. Kauft euer Bier jedoch im Supermarkt vor – eine Flasche gutes dänisches Craft-Beer kostet dort etwa 2 bis 3 Euro, in Bars zahlt ihr das Dreifache. Viele Unterkünfte haben Gemeinschaftsräume, wo ihr zusammen einen entspannten Abend verbringen könnt, bevor ihr später noch in eine Bar zieht.
Kostenlose Erlebnisse mit Freunden
Der Botanische Garten ist ganzjährig geöffnet und kostenlos. Im Januar bieten die Gewächshäuser eine willkommene tropische Auszeit von der Kälte draußen. Die Palmenhaus-Sammlung ist beeindruckend und perfekt für entspannte Gespräche in grüner Umgebung.
Der Assistens Friedhof in Nørrebro ist keine morbide Attraktion, sondern ein wunderschöner Park, in dem berühmte Dänen wie Hans Christian Andersen begraben liegen. Die Einheimischen nutzen ihn zum Joggen, Picknicken und Entspannen – im Winter ist er besonders stimmungsvoll.
Torvehallerne, die überdachten Markthallen, sind ein Fest für die Sinne. Auch wenn die Preise in den Gastro-Ständen gehoben sind, lohnt sich ein Bummel durch die Hallen allein schon wegen der Atmosphäre und der Kostproben, die viele Stände anbieten. Ein frisch gebrühter Kaffee für 3 Euro und ein Zimtschnecke für 2,50 Euro sind hier ein angemessener Luxus.
Praktische Tipps für euer Wochenende
Packt warme, wetterfeste Kleidung ein – Kopenhagen im Januar kann windig und nass sein, mit Temperaturen um den Gefrierpunkt. Das Zwiebelprinzip funktioniert am besten, denn drinnen ist es überall angenehm warm. Eine gute Regenjacke und wasserdichte Schuhe sind unverzichtbar.
Nutzt die frühe Dunkelheit als Vorteil: Die Stadt ist wunderbar beleuchtet, und die Hygge-Atmosphäre in Cafés und Bars kommt am besten zur Geltung, wenn es draußen bereits dunkel ist. Plant eure Außenaktivitäten für die Vormittags- und frühen Nachmittagsstunden, wenn das Tageslicht am besten ist.
Mit der Copenhagen Card könnt ihr zwar Geld sparen, aber rechnet vorher genau nach. Für ein Budget-Wochenende lohnt sie sich oft nicht, da viele Attraktionen kostenlos oder günstig sind. Die 24-Stunden-Karte kostet etwa 60 Euro – überlegt, ob ihr wirklich so viele kostenpflichtige Museen besuchen werdet.
Kopenhagen im Januar ist für Freunde, die gemeinsam ein authentisches Stadterlebnis suchen, ohne ihr Budget zu sprengen, perfekt geeignet. Die Stadt mag kalt sein, aber die dänische Gastfreundschaft und die gemütliche Atmosphäre wärmen von innen. Und während eure Freunde zu Hause über den tristen Januar klagen, sammelt ihr unvergessliche Erinnerungen in einer der charmantesten Hauptstädte Europas.
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