Warum dein Mineralwasser schuld sein könnte: Diese Herkunftsangabe sabotiert jeden Diäterfolg

Mineralwasser mit Kohlensäure kann beim Abnehmen unterstützend wirken, allerdings sollten die Erwartungen realistisch bleiben. Wissenschaftler betonen, dass kohlensäurehaltiges Wasser kein Wundermittel darstellt und die Effekte begrenzt sind. Der wesentliche Vorteil liegt darin, kalorienhaltige Getränke zu ersetzen und das Sättigungsgefühl zu unterstützen. Doch ein Blick auf die Herkunftsangaben und die damit verbundene Mineralstoffzusammensetzung offenbart erstaunliche Unterschiede, die den Diäterfolg beeinflussen können. Während viele Verbraucher lediglich auf den Kaloriengehalt achten, übersehen sie häufig einen entscheidenden Faktor: Die geologische Herkunft des Wassers bestimmt maßgeblich, welche Mineralstoffe in welcher Konzentration enthalten sind.

Warum die Herkunftsregion mehr als eine Marketingaussage ist

Die Angabe der Quelle auf Mineralwasserflaschen dient nicht nur der Transparenz, sondern gibt wichtige Hinweise auf die Beschaffenheit des Wassers. Durchfließt das Wasser vulkanisches Gestein, weist es eine andere Zusammensetzung auf als Wasser aus Kalksteinformationen oder kristallinen Gesteinsschichten. Diese geologischen Unterschiede prägen die Mineralstoffkonzentration fundamental und beeinflussen damit auch die Eignung für Menschen, die abnehmen möchten.

Besonders relevant wird dies beim Natriumgehalt. Während einige Quellen naturgemäß natriumarmes Wasser liefern, können andere Mineralwässer aus bestimmten Regionen deutlich höhere Natriumwerte aufweisen. Für Abnehmende spielt dies eine nicht zu unterschätzende Rolle, da Natrium die Wassereinlagerung im Körper beeinflusst.

Natriumgehalt: Der oft übersehene Diätfaktor

Mineralwasser mit einem Natriumgehalt über 200 Milligramm pro Liter gilt als natriumreich. Wer täglich zwei bis drei Liter solches Wasser trinkt, nimmt allein darüber bereits 400 bis 600 Milligramm Natrium auf – zusätzlich zur Nahrung. Dies kann dazu führen, dass trotz Kaloriendefizit die Waage stagniert oder sogar nach oben ausschlägt, weil der Körper vermehrt Wasser einlagert.

Quellen aus bestimmten Regionen mit salzhaltigeren Gesteinsschichten produzieren naturgemäß natriumreicheres Wasser. Die Herkunftsangabe gibt hier erste Orientierung: Wasser aus Regionen mit ehemaligen Meeresablagerungen oder salzhaltigen Sedimentschichten enthält häufig mehr Natrium als solches aus Bergquellen oder Urgesteinsformationen. Achten Sie auf die Analysewerte auf dem Etikett – natriumarmes Wasser enthält weniger als 20 Milligramm pro Liter und diese Angabe ist meist deutlich hervorgehoben.

Magnesium und Calcium: Wichtige Mineralstoffe in unterschiedlicher Konzentration

Während Natrium bei Diäten kritisch betrachtet werden sollte, zeigen sich bei Magnesium und Calcium erhebliche Unterschiede je nach Herkunftsregion. Wasser aus kalkhaltigen Gebirgszügen weist typischerweise höhere Calciumwerte auf, während magnesiumreiches Wasser häufig aus dolomitischen Gesteinsschichten stammt. Mineralwasser, das über 150 Milligramm Magnesium oder über 200 Milligramm Calcium pro Liter enthält, darf als magnesium- beziehungsweise calciumreich bezeichnet werden. Diese Mineralstoffe können im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung unterstützend wirken und sich positiv auf die Knochendichte auswirken.

Die Kohlensäure-Komponente: Wissenschaftlich belegte Sättigungswirkung

Kohlensäure selbst enthält keine Kalorien, doch ihre Wirkung auf das Sättigungsgefühl ist wissenschaftlich belegt. Das aus den Kohlensäurebläschen freigesetzte Kohlendioxid füllt den Magen und stimuliert Dehnungsrezeptoren. Forschungen zeigen, dass kohlensäurehaltiges Wasser schneller satt macht und das Sättigungsgefühl länger anhält. Die gesteigerte Magenmotilität trägt ebenfalls zur Sättigung bei.

Die häufig verbreitete These, Kohlensäure könne den Appetit anregen, indem sie die Produktion des Hungerhormons Ghrelin stimuliert, ist wissenschaftlich umstritten. Diese Behauptung basiert auf einer einzelnen, methodisch stark umstrittenen Studie und ließ sich bislang nicht untermauern. Tatsächlich berichten Fachleute von widersprüchlichen Ergebnissen – während einige Studien eine appetitzügelnde Wirkung zeigen, demonstrieren andere das Gegenteil. Experten wie Professor Keith Frayn von der University of Oxford erklären den Zusammenhang zwischen kohlensäurehaltigen Getränken und Gewichtsabnahme primär durch das Sättigungsgefühl, nicht durch metabolische Mechanismen.

Wissenschaftler betonen jedoch deutlich, dass die Auswirkungen so gering sind, dass man sich nicht allein auf das Trinken von kohlensäurehaltigem Wasser verlassen sollte. Der Effekt ist als Unterstützungsmaßnahme im Rahmen umfassender Lebensstiländerungen zu verstehen. Catherine Collins, Diätassistentin beim britischen Nationalen Gesundheitsdienst, betont, dass der Ersatz von kalorienhaltigen Getränken durch kalorienfreies Sprudelwasser helfen kann, aber nur im Rahmen einer kalorienkontrollierten Diät.

Verträglichkeit und individuelle Reaktion

Manche Menschen reagieren auf stark kohlensäurehaltiges Wasser mit Blähungen oder einem aufgeblähten Bauchgefühl, was gerade während einer Diät als kontraproduktiv empfunden wird. Die individuelle Verträglichkeit kann variieren, weshalb es sinnvoll ist, verschiedene Kohlensäuregehalte auszuprobieren. Experimentieren Sie mit verschiedenen Herkünften und beobachten Sie, wie Ihr Körper reagiert.

Sulfat: Der verkannte Mineralstoff für die Verdauung

Ein weiterer herkunftsabhängiger Mineralstoff ist Sulfat. Wasser aus gipshaltigem Gestein kann erhebliche Sulfatmengen enthalten. Ab 200 Milligramm pro Liter gilt Wasser als sulfathaltig. Sulfat regt die Verdauung an und kann bei träger Darmtätigkeit – ein häufiges Problem während Diäten mit veränderter Ernährung – hilfreich sein.

Allerdings wirkt Sulfat in höheren Dosen abführend, was nicht jeder als angenehm empfindet. Wer zu Durchfall neigt oder einen empfindlichen Verdauungstrakt hat, sollte sulfatreiches Wasser meiden. Die Herkunftsregion gibt hier erste Hinweise: Quellen aus Gipskeupergebieten liefern typischerweise sulfatreicheres Wasser.

Regionale Besonderheiten erkennen und nutzen

Deutschland verfügt über eine Vielzahl unterschiedlicher geologischer Formationen, was zu einer bemerkenswerten Vielfalt an Mineralwasserzusammensetzungen führt. Mittelgebirgsregionen mit kristallinem Gestein liefern häufig besonders mineralarme, natriumarme Wässer. Voralpenregionen bringen oft calciumreiches Wasser hervor, während Regionen mit Salzstöcken natriumhaltigere Quellen aufweisen.

Diese Kenntnis ermöglicht es Verbrauchern, gezielt nach Wasser aus bestimmten Regionen zu suchen, das ihren Diätzielen entspricht. Wer Wassereinlagerungen vermeiden möchte, greift zu Wasser aus Bergquellen. Wer seinen Magnesiumhaushalt optimieren will, sucht nach Quellen aus dolomitischen Regionen. Die Herkunftsangabe auf dem Etikett ist gesetzlich vorgeschrieben und muss die genaue Quelle nennen, während die Mineralstoffzusammensetzung die tatsächliche geologische Beschaffenheit der Herkunftsregion widerspiegelt.

Was das Etikett wirklich verrät

Für Abnehmende lohnt sich der Vergleich verschiedener Wässer anhand der Etikettenangaben. Ein niedriger Natriumwert unter 20 Milligramm pro Liter, kombiniert mit hohen Magnesium- und Calciumwerten, stellt für viele Diätziele eine günstige Kombination dar. Gleichzeitig sollte der individuelle Bedarf berücksichtigt werden: Wer viel Sport treibt, verliert mehr Natrium über den Schweiß und kann von leicht natriumhaltigerem Wasser profitieren.

Entwickeln Sie eine Routine beim Wasserkauf: Drehen Sie die Flasche um und studieren Sie die Mineralstoffanalyse. Notieren Sie sich Quellen, deren Zusammensetzung Ihren Bedürfnissen entspricht. Viele Supermärkte führen Wässer aus verschiedenen Regionen – die Auswahl ist größer als man zunächst annimmt. Manche Menschen bemerken nach wenigen Tagen einen Unterschied beim Wasserhaushalt, wenn sie von natriumreichem auf natriumarmes Wasser umsteigen. Die Waage kann dabei erstaunlich deutlich reagieren – nicht weil sich Fettmasse verändert, sondern weil Wassereinlagerungen zurückgehen.

Die Herkunft von Mineralwasser ist kein nebensächliches Detail, sondern ein Qualitätsfaktor, der die Eignung für Diätzwecke beeinflussen kann. Wer diese Zusammenhänge versteht und beim Einkauf berücksichtigt, kann bewusster auswählen. Das kohlensäurehaltige Wasser wirkt dabei unterstützend als mäßig sättigendes Getränk, das helfen kann, Heißhungerattacken zu kontrollieren – vorausgesetzt, es wird im Rahmen einer kalorienkontrollierten Ernährung und umfassender Lebensstiländerungen eingesetzt. Diese Optimierung kostet weder mehr Geld noch mehr Aufwand, lediglich etwas Aufmerksamkeit beim Blick auf das Etikett.

Welchen Natriumgehalt hat dein Mineralwasser?
Keine Ahnung
Unter 20 mg pro Liter
Zwischen 20 und 200 mg
Über 200 mg pro Liter
Ich trinke stilles Wasser

Schreibe einen Kommentar