Wer regelmäßig mit externen Partnern, Kunden oder Freelancern in Microsoft Teams zusammenarbeitet, kennt das Problem: Wie viel Zugriff soll ich Gästen eigentlich gewähren? Die Standard-Einstellungen von Teams sind oft zu großzügig und öffnen Sicherheitslücken, die im schlimmsten Fall vertrauliche Unternehmensdaten gefährden können. Die gute Nachricht: Mit ein paar gezielten Handgriffen lassen sich Gastzugangsberechtigungen präzise steuern – und das ohne großen Aufwand.
Warum die Standard-Berechtigungen problematisch sind
Microsoft Teams ist standardmäßig darauf ausgelegt, Zusammenarbeit so reibungslos wie möglich zu gestalten. Das bedeutet aber auch, dass Gäste häufig mehr Rechte erhalten, als sie tatsächlich benötigen. Falsch gesetzte Berechtigungen führen schnell zu unkontrollierten Zugriffen, die Unternehmensdaten gefährden können. Ein externer Berater, der nur eine kurze Präsentation sehen soll, bekommt womöglich die Möglichkeit, seinen Bildschirm zu teilen, Dateien hochzuladen oder sogar Chats zu starten.
Besonders problematisch: Gäste behalten nach Projektende oft weiterhin Zugriff, und vertrauliche Dateien bleiben freigegeben. Ein Gast könnte versehentlich beim Teilen seines Bildschirms sensible Informationen eines anderen Kunden zeigen – ein dokumentiertes Sicherheitsproblem in Microsoft Teams. Oder jemand lädt ungewollt eine problematische Datei hoch. Solche Szenarien lassen sich durch granulare Berechtigungssteuerung weitgehend vermeiden.
Berechtigungen differenziert vergeben
Der Schlüssel zu einem sicheren Gastzugang liegt in der differenzierten Rechtevergabe. Microsoft Teams bietet verschiedene Möglichkeiten, die Berechtigungen für externe Teilnehmer präzise zu steuern. Diese Funktionen werden oft übersehen, sind aber unverzichtbar für die Zugriffskontrolle.
Eingeschränkter Zugang für passive Teilnehmer
Wenn externe Teilnehmer lediglich einer Präsentation folgen oder an einem Webinar teilnehmen sollen, empfiehlt sich eine restriktive Konfiguration. Bei der Meeting-Planung können Sie in den erweiterten Optionen unter Wer kann präsentieren? die Auswahl einschränken. Zusätzlich lässt sich festlegen, dass Teilnehmer stumm geschaltet werden und nicht selbst die Stummschaltung aufheben dürfen. So behalten Sie die volle Kontrolle über den Ablauf.
Bearbeitungsrechte mit Bedacht vergeben
Für Workshops oder Brainstorming-Sessions mit vertrauenswürdigen Partnern können Sie selektiv erweiterte Rechte vergeben. Hier empfiehlt sich, diese Rechte individuell zuzuweisen und nicht pauschal allen Gästen zu erteilen. Die Kunst liegt darin, nur den Personen Zugriff zu gewähren, die ihn tatsächlich benötigen.
Präsentationsrechte gezielt steuern
Die Möglichkeit zu präsentieren sollte strategisch vergeben werden. In den Meeting-Optionen finden Sie unter Wer kann präsentieren? mehrere Abstufungen. Für maximale Kontrolle bei sensiblen Meetings empfiehlt sich die restriktivste Option – Sie können dann während des Meetings manuell Präsentationsrechte an einzelne Personen delegieren, wenn diese tatsächlich etwas zeigen müssen.
Zugangskontrolle durch Wartebereich
Ein digitaler Empfangsbereich sollte bei Meetings mit externen Teilnehmern immer aktiviert sein. Er gibt Ihnen die Kontrolle darüber, wer wann Zugang zum Meeting erhält und verhindert, dass Unbefugte unbemerkt beitreten.
Warteschleife richtig konfigurieren
In den Meeting-Optionen können Sie festlegen, wer direkt beitreten kann und wer zunächst warten muss. Für optimale Sicherheit wählen Sie die restriktivste Einstellung. Damit landet jeder externe Teilnehmer zunächst in der Warteschleife und Sie können gezielt entscheiden, wen Sie einlassen. Diese Methode mag auf den ersten Blick umständlich wirken, verhindert aber effektiv, dass sich unerwünschte Personen Zugang verschaffen – ein zunehmendes Problem bei öffentlich geteilten Meeting-Links.

Zeitversetzte Zugangskontrolle
Ein unterschätzter Vorteil: Sie können steuern, wann bestimmte Teilnehmer beitreten. Möchten Sie vor dem offiziellen Start mit Ihrem Team interne Absprachen treffen? Lassen Sie externe Gäste einfach noch einige Minuten warten. Benötigen Sie für den zweiten Teil des Meetings einen bestimmten Experten? Lassen Sie ihn gezielt zu diesem Zeitpunkt herein. Diese Flexibilität ermöglicht einen strukturierteren Meeting-Ablauf.
Unnötige Funktionen gezielt deaktivieren
Microsoft Teams bietet eine Fülle von Funktionen – doch nicht alle sind für jedes Meeting sinnvoll oder sicher. Besonders bei externen Teilnehmern lohnt es sich, einige Features bewusst zu deaktivieren.
Bildschirmfreigabe für Gäste einschränken
Die Bildschirmfreigabe ist eine der kritischsten Funktionen aus Sicherheitsperspektive. Experten identifizieren die Bildschirmfreigabe, bei der sensible oder vertrauliche Daten sichtbar werden, als eines der häufigsten Sicherheitsprobleme in Microsoft Teams. Schränken Sie diese Funktion für externe Teilnehmer ein, indem Sie in den Meeting-Optionen unter Wer kann präsentieren? die entsprechenden Einstellungen vornehmen. Wenn ein Gast dennoch etwas zeigen muss, können Sie ihm temporär und manuell Rechte erteilen – diese lassen sich nach der Präsentation sofort wieder entziehen.
Aufzeichnungen steuern
Legen Sie fest, wer Meetings aufzeichnen darf. Standardmäßig sollten externe Teilnehmer diese Berechtigung nicht haben. In den organisationsweiten Teams-Einstellungen oder in den individuellen Meeting-Optionen können Sie entsprechende Einschränkungen vornehmen. Dies verhindert, dass sensible Inhalte ohne Ihr Wissen dokumentiert werden.
Best Practices für verschiedene Meeting-Szenarien
Je nach Art der Zusammenarbeit empfehlen sich unterschiedliche Berechtigungsprofile. Für Kunden-Präsentationen etwa sollten Sie auf maximale Kontrolle setzen: Wartebereich aktiviert, eingeschränkte Rechte für Gäste, keine Aufzeichnungsmöglichkeit. Bei kreativen Workshops mit bekannten Partnern können Sie großzügiger sein, sollten aber Bildschirmfreigabe dennoch manuell freigeben. Für Bewerbungsgespräche bietet sich ein Mittelweg an: Zugangskontrolle aktiv, aber Kamera und Mikrofon für den Kandidaten selbstverständlich freigeschaltet.
Die Kunst liegt darin, die Balance zwischen Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit zu finden. Zu restriktive Einstellungen können die Zusammenarbeit behindern und frustrieren, während zu lockere Berechtigungen echte Sicherheitsrisiken schaffen. Sobald Ihre Mitarbeiter externe Gäste einladen, steigt das Risiko – unkontrollierte Zugriffe können Ihre Daten gefährden. Mit den hier beschriebenen Werkzeugen haben Sie die volle Kontrolle und können für jede Situation das passende Sicherheitsniveau wählen. Teams bietet Ihnen die Flexibilität – Sie müssen sie nur nutzen.
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