Die meisten Instagram-Nutzer verlassen sich bei der Zwei-Faktor-Authentifizierung ausschließlich auf SMS-Codes – dabei übersehen sie eine deutlich sicherere Alternative, die direkt in den Tiefen der App versteckt liegt. SMS-basierte Authentifizierung mag bequem erscheinen, doch sie birgt erhebliche Sicherheitsrisiken, die vielen gar nicht bewusst sind. SIM-Swapping-Angriffe haben dramatisch zugenommen, bei denen Kriminelle deine Telefonnummer übernehmen und damit Zugang zu deinen Accounts erhalten. Die Lösung? Eine Authentifizierungs-App, die nicht nur sicherer ist, sondern dir auch mehr Kontrolle über dein Instagram-Konto verschafft.
Warum Authentifizierungs-Apps der goldene Standard sind
SMS-Codes scheinen auf den ersten Blick praktisch, doch die Realität sieht anders aus. Bei einem SIM-Swapping-Angriff kontaktieren Betrüger deinen Mobilfunkanbieter, geben sich als du aus und lassen deine Nummer auf eine neue SIM-Karte übertragen. Sobald das gelingt, erhalten sie alle deine SMS – einschließlich der Authentifizierungscodes für Instagram. Nicht umsonst warnt die CISA vor SMS-basierter Authentifizierung und empfiehlt stattdessen phishing-resistente Methoden.
Authentifizierungs-Apps wie Google Authenticator oder Authy hingegen generieren zeitbasierte Einmalcodes direkt auf deinem Gerät, ohne dass eine Internetverbindung nötig ist. Die Codes werden lokal generiert und können nicht abgefangen werden. Selbst wenn ein Angreifer deine Telefonnummer übernimmt, kommt er ohne physischen Zugang zu deinem Smartphone nicht an dein Instagram-Konto.
Ein weiterer Vorteil: Die App funktioniert auch ohne Mobilfunkempfang. Wenn du im Ausland bist oder in einer Gegend ohne Netz, generiert die App trotzdem zuverlässig deine Sicherheitscodes. Bei SMS bist du hingegen auf deine SIM-Karte und Netzabdeckung angewiesen – und die Neuausstellung einer SIM kann Tage dauern, während dein Instagram-Konto in der Zwischenzeit unerreichbar bleibt.
So aktivierst du die Authentifizierungs-App bei Instagram
Der Wechsel zur sichereren Authentifizierungsmethode ist einfacher als gedacht. Öffne Instagram und tippe auf dein Profilbild rechts unten. Anschließend gehst du über das Menü-Symbol zu den Einstellungen. Hier navigierst du zum Bereich Konto und wählst dann Zwei-Faktor-Authentifizierung aus.
In diesem Menü siehst du verschiedene Authentifizierungsmethoden. Die meisten Nutzer haben hier lediglich SMS aktiviert. Tippe stattdessen auf Authentifizierungs-App und aktiviere diese Option. Instagram zeigt dir daraufhin einen QR-Code an, den du mit deiner Authentifizierungs-App scannen kannst. Gib den generierten Code ein, und die App-basierte Authentifizierung ist aktiviert.
Hier kommt der entscheidende Punkt: Du kannst SMS als zusätzliche Backup-Option behalten, aber die Authentifizierungs-App sollte deine primäre Sicherheitsmethode sein. WhatsApp bietet Instagram ebenfalls als weitere Option an – du kannst es nach der Einrichtung als zusätzliche Absicherung hinzufügen.
Wiederherstellungscodes für den Notfall generieren
Nachdem du die Authentifizierungs-App eingerichtet hast, solltest du unbedingt Wiederherstellungscodes generieren und sicher aufbewahren. Diese Codes sind deine Rettung, falls dein Smartphone verloren geht, gestohlen wird oder defekt ist. Instagram bietet diese Option direkt im Zwei-Faktor-Authentifizierungs-Menü an.
Speichere diese Codes an einem sicheren Ort – idealerweise ausgedruckt oder in einem Passwort-Manager. Behandle sie wie Bargeld: Jeder, der Zugriff auf diese Codes hat, kann damit dein Konto entsperren. Die Wiederherstellungscodes funktionieren unabhängig von deinem Smartphone oder deiner Telefonnummer und sind damit die ultimative Notfalllösung für kritische Situationen.
Versteckte Datenschutzeinstellungen, die kaum jemand nutzt
Neben der Zwei-Faktor-Authentifizierung versteckt Instagram weitere mächtige Datenschutzfunktionen, die erstaunlich wenige Nutzer aktivieren. Die Zuletzt-online-Anzeige ist so eine Funktion, die standardmäßig für alle sichtbar ist – ein unnötiges Datenleck, das du mit wenigen Taps schließen kannst.

Gehe in den Einstellungen zu Privatsphäre und scrolle bis zum Punkt Aktivitätsstatus. Hier kannst du festlegen, wer sehen darf, wann du zuletzt auf Instagram aktiv warst. Die Optionen reichen von Alle über Personen, denen du folgst bis hin zu Niemand. Beachte jedoch: Wenn du den Aktivitätsstatus anderer sehen möchtest, musst du auch deinen eigenen Status teilen. Für maximale Privatsphäre ist es dennoch ratsam, diese Funktion komplett zu deaktivieren.
Lesebestätigungen ausschalten für mehr Freiheit
Ein weiteres oft übersehenes Feature sind die Lesebestätigungen in Direct Messages. Standardmäßig sehen andere Nutzer, ob und wann du ihre Nachricht gelesen hast – das kleine Gelesen-Tag unter der Nachricht verrät es. Für viele fühlt sich das wie eine unsichtbare Verpflichtung an, sofort zu antworten.
Im selben Privatsphäre-Menü findest du unter Nachrichten und Story-Antworten die Option Lesebestätigungen anzeigen. Deaktiviere diese Funktion, und andere Nutzer sehen nicht mehr, ob du ihre Nachricht gelesen hast. Der Haken: Auch du siehst dann keine Lesebestätigungen mehr von anderen. Für die meisten ist das jedoch ein fairer Tausch für mehr Privatsphäre und weniger sozialen Druck.
Story-Kontrolle wie ein Profi nutzen
Die Datenschutzeinstellungen für Stories gehen weit über das einfache Öffentlich oder Privat hinaus. Du kannst gezielt einzelne Personen oder Listen von der Ansicht deiner Stories ausschließen, ohne dass diese davon erfahren. Navigiere zu Privatsphäre, dann zu Story und wähle Story verbergen für. Hier kannst du Accounts auswählen, die deine Stories nicht mehr sehen – perfekt für Arbeitskollegen, entfernte Verwandte oder Ex-Partner, die du nicht blockieren möchtest.
Noch interessanter ist die Option Enge Freunde. Diese Liste erstellst du separat und kannst damit Stories nur mit ausgewählten Personen teilen. Das Symbol für Enge-Freunde-Stories ist grün statt pink – so wissen die Empfänger, dass du diesen Content speziell mit ihnen teilst. Diese Funktion nutzen überraschend wenige, obwohl sie perfekt für persönlichere Inhalte geeignet ist, die nicht für alle Follower bestimmt sind.
Account-Wiederherstellung strategisch vorbereiten
Ein oft ignorierter Aspekt der Kontosicherheit ist die Vorbereitung auf den Notfall. Wenn dein Account kompromittiert wird, zählt jede Sekunde. In den Einstellungen unter Sicherheit findest du die Option Wiederherstellungskontakte. Hier kannst du bis zu fünf vertrauenswürdige Freunde auswählen, die dir im Notfall helfen können, wieder Zugriff auf dein Konto zu erhalten.
Diese Kontakte erhalten keine Benachrichtigung über ihre Auswahl und können auch nicht einfach so auf dein Konto zugreifen. Nur wenn du den Account-Wiederherstellungsprozess startest, können sie einen Sicherheitscode an dich weiterleiten. Diese zusätzliche Sicherheitsebene kann den Unterschied zwischen einem gehackten Account und einer schnellen Wiederherstellung ausmachen.
Anmeldeaktivität regelmäßig überprüfen
Instagram bietet unter Sicherheit auch die Funktion Anmeldeaktivität, die oft übersehen wird. Hier siehst du eine Liste aller Geräte und Standorte, von denen aus auf dein Konto zugegriffen wurde. Wenn du verdächtige Aktivitäten bemerkst – etwa Anmeldungen von Orten, an denen du nie warst – kannst du diese Sitzungen sofort beenden.
Diese Überprüfung solltest du mindestens einmal monatlich durchführen. Unbefugte Zugriffe lassen sich so frühzeitig erkennen, bevor größerer Schaden entsteht. Kombiniert mit einer Authentifizierungs-App als primärer Sicherheitsmethode, Wiederherstellungscodes für Notfälle und SMS als Backup schaffst du ein mehrschichtiges Sicherheitssystem, das selbst professionelle Angreifer vor erhebliche Herausforderungen stellt. Die Investition von zehn Minuten in diese Einstellungen zahlt sich langfristig aus, denn dein Instagram-Account enthält wahrscheinlich Jahre an Erinnerungen, Kontakten und möglicherweise sogar geschäftliche Verbindungen, die es zu schützen gilt.
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